Montag , 1 März 2021


Systeme mit Momentum.

Gute Management-Werkzeuge können gefährlich sein

Wer wünscht sie sich nicht, die effizienten Werkzeuge, die Tools, die einem als Manager das Leben leichter machen. Buchautoren und Seminaranbieter überschlagen sich mit Superlativen: 23 Methoden, 99 Tools, in einer Woche, sofort einsetzbar, heißt es da.

Kann ein großer Methoden- und Werkzeugkoffer wirklich gefährlich sein? Wo doch schon Paul Watzlawick (Provisions-Link), der große Kommunikationswissenschaftler, darauf hinwies: “Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem aus wie ein Nagel”. Ist es daher nicht vorteilhaft, möglichst viele Management-Tools zu kennen?

Werkzeug Tool Messer
Bild von Pexels auf Pixabay

Kennen Sie das, oder können Sie das?

Boris Grundl (Provisions-Link), Autor und Managementtrainer, bringt Manager gerne mit der Frage: “Kennen Sie das oder können Sie das?” in Verlegenheit, wenn diese sich brüsten, wie viele Tools sie kennen. Ein Vergleich mit dem Handwerk oder der Kochkunst macht schnell deutlich, auf was es ankommt. Sie können das beste japanische Küchenmesser besitzen, wenn Sie nicht intensiv darin geübt sind, einen Kugelfisch zu filetieren, bereiten Sie ganz schnell ein tödliches Mahl.

So extrem muss es nicht kommen, doch klar ist: Ein Werkzeug wird nur in den Händen eines Profis herausragende Ergebnisse hervorbringen. Oder, wie es auf Englisch umgekehrt so treffend heißt: “A fool with a tool is still a fool”. Wissen kann man (schnell) lernen, Können muss man lange üben.

Werkzeuge geben falsche Sicherheit

Ruth Seliger (Provisions-Link) kommt im “Dschungelbuch der Führung” zu ähnlichen Ergebnissen. “Werkzeuge geben (falsche) Sicherheit: Wer ein Werkzeug bedient, wiegt sich in der Sicherheit des Könnens. Aber es ist immer die Person, die das Werkzeug bedient, die über die Qualität der Arbeit entscheidet.”

Weiter gibt sie zu bedenken, dass komplexe Werkzeuge manchmal den Blick auf die konkrete Situation und das zu lösende Problem verstellen. Die Tools erfordern mehr Energie und Aufmerksamkeit und verstellen die Sicht auf mögliche alternative Lösungswege.

Werkzeuge sind zudem für Lösungen von gestern. Ob Sie zur aktuellen Situation passen, ist nicht gesagt. Sie wurden zu einem bestimmten Zeitpunkt, für bestimmte Probleme und unter bestimmten Annahmen entwickelt.

Daher gilt es immer wieder aufs Neue: Situation analysieren, Ziel festlegen, unterschiedliche Perspektiven einnehmen, Möglichkeiten untersuchen, Ressourcen klären und dann erst Methoden und Tools auswählen.

Momentum: Management-Werkzeuge sind wichtig, doch nur in den Händen von langjährig geübten Profis bringen sie die gewünschten Ergebnisse hervor.

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